Das war das Vulkan-Race in Gedern

"Wie vielter bin ich?" Diese Frage beschäftigte Darian Ecke aus Hirzenhain brennend, nachdem er mit dem Mountainbike die Ziellinie des U11-Hessencup-Rennens überfahren hatte. Weitere Nachfragen zum Rennverlauf beantwortete er nur knapp mit "gut" und "anstrengend", um gleich wieder die Platzierung zu erfragen.
Dieser sportliche Ehrgeiz stand allen jugendlichen Startern des Vulkan Race Gedern, dem Finale der Mountainbike-Nachwuchs-Bundesliga und dem internationalen Mountainbike DeutschlandCup am Wochenende ins Gesicht geschrieben. Trotzdem prägten Fairness und Rücksichtnahme das Rennen. Als wären die mit Steilhängen, Wurzel- und Steinpassagen technisch anspruchsvollen Trails nicht Herausforderung genug, gab es Wahlmöglichkeiten Hindernisse auf verschiedenen Wegen anzusteuern oder zu umfahren, um dann wieder mit einer Kreuzung auf eine enge, für alle geltende Spur zu kommen. Obwohl jeder der Schnellste sein wollte, gab es keine Unfälle oder Rempeleien. Souverän wagten sich Nachwuchs-Biker ab fünf Jahren auf die Mut erfordernde Strecke, die durch farbige Streckenmarkierungen in Schwierigkeitsgrad und Länge der jeweiligen Altersklasse angepasst war. 
Zur Hessencup-Wertung gehörte das Durchfahren eines technisch extrem fordernden Trialparcours und das Cross-Country-Rennen, der Deutschlandcup integrierte die Hindernisse in den Streckenverlauf.
Schenkte der Wettergott dem Mountainbikern am Samstag trockene, aber nicht zu heiße Temperaturen um 25 Grad, erschwerte Regen am Sonntagvormittag die Bedingungen für die Teilnehmer. Nicht nur die Wurzeln und Abhänge im Wald verwandelten sich in Rutschbahnen, auch die großen Holzelemente, die als Brücken mit steilen Abgängen überfahren wurden, boten den Reifen kaum noch Halt.

So stürzte Laura Kehm vom TGV Schotten/HWG Gedern über eine vor ihr abgerutschte Konkurrentin und konnte das Rennen nicht fortsetzen. Teamgefährtin Anna Brähler, die am Vortag in der Trialwertung das Feld anführte, musste erst auf der Strecke stehend warten,bis vor ihr gestürzte Fahrer die Strecke wieder freigaben, später stürzte sie selbst beim Überwinden eines Betonrohres und musste ihr Rad reparieren, was nochmals wertvolle Zeit kostete und an der Motivation kratzte. Sie wurde Siebte der Altersklasse WU17.
Moritz Schäb (MU17) hatte sich für sein Heimrennen hohe Ziele gesteckt und startete nervös in das Rennen. Runde für Runde baute er dann selbstsicherer seinen Vorsprung aus und querte vor dem Deutschen Meister Leon Reinhard Kaiser (MSV Essen/Steele) die Ziellinie.
Im internationalen UCI C3 Rennen der WU19 siegte die Favoritin Leonie Daubermann (TGV Schotten/Stevens Racing Team), gefolgt von den Vereinskolleginnen des TGV Schotten/HWG Gedern, Michelle Luft auf Platz zwei und Denise Luft, die als Vierte ins Ziel kam. Alle drei sammelten somit wichtige UCI-Weltcup-Punkte.
Tobias Eise (Herren U23), der vergangene Woche bei der Bundesliga-Veranstaltung in Ortenberg nicht zufrieden mit seiner Leistung war, dominierte als souveräner Sieger das kleine, aber starke Starterfeld mit Lars Koch (Sieger der letztjährigen Worldseries in Montichari, Team Lexware Racing Team) und Robin Hofmann (Haibike Pro-Team). Mit fast zwei Minuten Vorsprung auf das Teilnehmerfeld kam der Schottener ins Ziel.

Von solchen Ergebnissen träumen die jüngsten Teilnehmer wie Darian Ecke sicherlich auch. Er wurde übrigens 13. seiner Altersklasse. Angesichts der Tatsache, dass der Schüler erst vor zwei Monaten zum Mountainbike-Sport gefunden hat ein beachtliche Leistung. Eine Platzierung im Sinne einer Bewertung erhielt übrigens auch die Veranstaltung Vulkan-Race Gedern von der anwesenden Wertungsrichterkommission.
Eine "Eins plus mit Sternchen". Verdient.

 

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