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Vulkan-Race Gedern 2017

(Bildquellen: Erwin Mengel)

Weitere Bilder gibt es bei Flickr oder bei Google (13.5/14.5)

Zu den Ergebnissen

"Schwerer Ausrutscher" kostet besser Platzierung

Vulkan-Race Tobias Eise über 21. Platz enttäuscht - TGV/HWG-Starter holen drei Top-Ten-Plätze

Gedern (sw). Die Enttäuschung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Als Tobias Eise beim internationalen Bundesligarennen in Gedern über den Zielstrich fuhr, waren bereits acht Minuten vergangen, nachdem sich Milan Vader aus den Niederlanden als Sieger bejubeln lassen durfte. Der Schottener U23-Fahrer, Lokalmatador des gastgebenden TGV Schotten und des Teams HWG Gedern, hatte sich beim Vulkan-Race einen Platz unter den ersten 15 vorgenommen.

Das Rennen der Elite- und U23-Klasse war wegen der Aufwertung der Veranstaltung als C2-Rennen des Radsportweltverbandes (UCI) zusätzlich erschwert. Es gab es für die U23-Fahrer keine Altersklassenwertung. So musste sich Tobias Eise mit den Besten der Szene in Deutschland auseinandersetzen. Zum Beispiel mit dem Deutschen Meister Markus Schulte-Lünzum oder Simon Stiebjahn (Köln), der die Bundesligawertung zuletzt drei Mal in Folge gewann. Zum Favoritenkreis gehörte aber auch der EX-Europameister von 2012, Moritz Milat, und der  junge Niederländer Milan Vader, der beim Bundesligaklassiker in Heubach in der dort separat gewerteten U23-KLasse den zweiten Platz belegt hatte.

Tobias Eise haderte mit dem Quentschen Glück, was für ein gutes Ergebnis nötig  wird. Aus der ersten der 3,6 Kilometer langen Runden konnte ihn Moderator Thomas Reiber als 17. ankündigen. Eine Runde später war der 21-Jährige schon Zwölfter und überholte wenig später noch einen weiteren Konkurrenten. Doch dann ereilte ihn ein "schwerer Ausrutscher", wie er später im Ziel meinte. Dabei zog er sich eine sehr schmerzhafte Blessur in der Leistengegend zu, die ihm kurzzeitig sogar zum Anhalten zwang. "Von da an ging nichts mehr zusammen", kommentierte Eise nach dem Rennende. Sein Leistungsabfall war deutlich zu erkennen. Über die Plätze 15, 17 und 20 bei den Rundendurchfahrten wurde er schließlich als 21. gewertet.

An der Spitze des wegen des Regens und dem zunehmenden Aufweichen des Kurses um eine auf acht Runden verkürzten Rennens entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch. Milan Vader hatte mit einem fulminanten Start seine Siegambitionen unterstrichen. Später gesellten sich noch Markus Schulte--Lünzum und Bergamont-Fahrer Ben Zwiehoff zu dem Gast aus Holland. Während im Finale der Schlammschlacht der Deutsche Meister nicht mehr mithalten konnte, setzte sich schließlich Vader durch, profitierte allerdings auch von Reifendefekten von Zwiehoff und dem am Ende noch stark aufkommenden Simon Stiebjahn, der sich sogar noch als Zweiter feiern lassen konnte. "Es war eine schöne Strecke, die durch den Regen zunehmend schwerer wurde", kommentierte der Sieger den turbulenten Rennverlauf. "Gedern sei eine gute Vorbereitung für den am nächsten Wochenende anstehenden Weltcub in Nove Mesto gewesen.

Bei den Fahrerinnen gewann Vadels Landfrau Anne Terpstra. Die Olympia-15. von Rio de Janeiro bestimmte das mit einer zu langen Renndistanz ausgeschriebene Rennen nach Belieben und siegte schließlich mit über dreieinhalb Minuten Vorsprung. Zweite wurde die Südafrikanerin Cherie Redecker vor der 20-jährigen Felicitas Geiger (Marktrodach). Ein gutes Rennen fuhr Michelle Luft, die auf Platz acht direkt hinter ihrer Vereinskameradin und  U23-Weltmeisterschaftsteilnehmerin Antonia Daubermann (Gessertshausen) ins Ziel kam. Pech hatte Denise Luft, die bereits in der zweiten Runde das Rennen aufgeben musste.

Vermisst im Feld der Junioren wurde TGV/HWG-Spitzenfahrer Moritz Schäb. Der Nationalfahrer konnte wegen einer Erkrankung gar nicht erst an den Start gehen. Den Sieg holte sich David List. Dem Deutschen Meister gelangt der erste Bundesliga-Erfolg in der Juniorenklasse. Einziger TGV/HWG-Starter war Luke Hirl, der 42. wurde. Bei den Juniorinnen musste die Deutsche Meisterin Leonie Daubermann, die wie ihre Schwester Antonia für das TGV/HWG-Team fährt, mit Rang drei begnügen. "Die Schule geht eben vor", meinte sie auf ihre Abiturprüfungen anspielend, weswegen sie zuletzt das Training einschränken musste.

Wie schon in den Vorjahren war das Vulkan-Race auch Station der Nachwuchs-Bundesliga. Hier sind den Cross-Country-Renne Trial-Wettbewerbe vorgeschaltet, für die es ebenfalls Ranglistenpunkte gibt. Vor heimischen Publikum wollten es die TGV/HWG-Starter zu gut machen und begannen im ersten der beiden Durchgänge sehr nervös, was zu vielen Punktverlusten und damit schlechten Platzierungen führte. Dessen unbeeindruckt zeigte sich Thorben Jost, der als Bundesliga-Führender der Gesamtwertung bei den Schülern U15 in Gedern an den Start ging und - wie schon beim ersten Rennen - erneut den Trial-Wettbewerb gewann. Nicht ganz so rund lief es am frühen Sonntagmorgen beim Ausdauerwettbewerb. Der talentierte Nachwuchsfahre musste bei einem kapitalen Sturz vom Rad und verlor wertvolle Zeit. Trotzdem kämpfte er sich auf den fünften Platz. Lukas Hummel (26), Hannes Sauter (46.), Henrik Braun (48.) und Justin Hof (61.) erreichten ebenfalls das Ziel.

Eine weitere Spitzenplatzierung für die Gastgeber fuhr Anna Brähler ein. Die Deutsche Schülermeisterin des Jahres 2015 fuhr als Vierte der weiblichen Jugend U16 zwar knapp am Podium vorbei, konnte aber dennoch viele Wertungspunkte für die Bundesrangliste sammeln. Die zweite TGV/HWG-Starterin, Laura Kehm, wurde als 21. gewertet. Im Rennen der Jungen hatte sich der Topfahrer der Gastgeber, Rico Libesch, insgeheim etwas mehr als seinen neunten Platz ausgerechnet. Doch für den nicht in körperlich bester Verfassung angetretenen Büdinger war an diesem Tag nicht mehr drin. Einen guten Mittelfeldplatz erreichte Felix Drawer als 22.,  Ben Hirl wurde 56., während Benjamin Cloudt vorzeitig sein Rennen beenden musste.       

Organisation hat Feuertaufe bestanden

Premiere  Viel Lob für erste Veranstaltung der Internationalen Bundesliga

Gedern (sw). Feuertaufe bestanden! Viel Lob erhielten am Wochenende die Organisatoren des Gederner Vulkan-Races der Mountainbiker, das erstmals ein Rennen der internationalen Bundesligaserie war. Die Zusammenarbeit zwischen dem TGV Schotten und dem Radsportteam HWG Gedern mit großzügiger Unterstützung der Stadt Gedern hat sich einmal mehr bewährt. Eine perfekte Organisation mit vielen Helferinnen und Helfern und die mit Phantasie und Sachverstand gebaute Strecke sind zwei Faustpfande, mit denen das Orgateam wuchern kann. Voll des Lobes waren die Teilnehmer. Zwar gehört der Kurs oberhalb des Sportplatzes und rund um den alten Steinbruch nicht zu den schwersten der Szene, da sehr lange Steigungen fehlen. Aber was das HWG-Team unter Leitung von Eckhard Haas in den vergangenen Jahren mit dem Bau von Brücken, Hügeln oder Steilwandkurven und weiteren technischen Streckenteilen geleistet haben, nötigte allen Experten und Teilnehmern viel Respekt ab.

Mit einem Bundesligarennen mit internationalen C2-Standard ist Gedern damit auch in die gehobene Klasse von Veranstaltern in Deutschland aufgestiegen. In diesem Jahr war alles noch eine Nummer größer als bei den bisherigen Austragungen. Acht Kommissäre (Schiedsrichter) kontrollierten den regelgerechten Verlauf. Dabei war sogar eine Dame aus Italien, die extra nach Gedern anreiste. Auch die NADA, die Nationale Antidoping-Agentur war mit fünf Kontrolleuren in Gedern vor Ort. Den internationalen Anstrich dokumentierten Teilnehmer aus Lettland, Südafrika, Chile, Belgien und den Niederlanden, das die beiden Sieger im Eliterennen der Männer und Frauen stellte.

Gederns Bürgermeister Guido Kempel war ebenfalls voll des Lobes. "Eine tolle Veranstaltung für Gedern und die ganze Region", meinte der Verwaltungschef. Überaus zufrieden fiel auch das Fazit der beiden Cheforganisatoren aus: "Der ganze Aufwand hat sich gelohnt", so TGV-Radsport-Abteilungsleiter Winfried Gras und Eckhard Haas. Seit einem dreiviertel Jahr liefen die Vorbereitungen. Ab Februar fanden fast an jedem Wochenende Arbeitseinsätze mit jeweils bis zu 20 Helfern statt. Am Veranstaltungswochenende waren insgesamt rund 125 Ehrenamtliche im Einsatz, beispielsweise als Streckenposten, für die Bewirtung, als Parkplatzeinweiser oder für Anmeldung, Auswertung und Ergebnisdienst. Die aktiven Kinder und Jugendliche waren mit Aufgaben betraut und auch zwei Gederner Firmen gewährten großzügige Unterstützung. Schon ab Dienstag hatten sich viele Helfer für den Aufbau des Veranstaltungsgeländes und die Einrichtung des Parkplatzes mit 440 Stellplätzen Urlaub genommen.

Ein Wermutstropfen war lediglich die etwas schwache Zuschauerresonanz. Sicherlich hat der Regen am Sonntagnachmittag einige Interessierte abgehalten, an die Strecke zu kommen. Ausgesprochen ärgerlich war die Reaktion des Hessischen Fernsehens, die eine Berichterstattung über die Veranstaltung abgelehnt hatten.